FMV: Not und Angst des irakischen Volkes

NOT UND ANGST DES IRAKISCHEN VOLKES

Filmabend mit UNICEF Aktivistin Dr. med. Dr. phil. Haussperger

25 Millionen Frauen, Männer und Kinder leben heute im Irak. Diese Menschen werden die ersten Opfer eines möglichen "Militärschlages" sein. Viele Politiker, die nur sich und ihresgleichen wahrnehmen, übersehen das. Die Situation dieser Menschen und insbesondere der irakischen Kinder ist das Thema des Abends, zu dem der Verein "Freundschaft mit Valjevo e.V." am Samstag, den 28. September, 19 Uhr, in der Gaststätte Hotel Müllerbräu in Pfaffenhofen, einlädt. Gezeigt wird der 30 minütige Film "Die Kinder von Bagdad", den Uwe Sauermann im Frühjahr diesen Jahres gedreht hat. Als Augenzeugin, die viele irakische Krankenhäuser besucht und erschütternde Bilder mitgebracht hat, wird die UNICEF Aktivistin Dr. med. Dr. phil. Haussperger von ihren Eindrücken berichten.

Nicht zuletzt wegen seiner großen Erdölvorkommen war der Irak bis zum Golfkrieg im Frühjahr 1991 ein blühendes und aufstrebendes Land mit einem vorbildlichem Gesundheits- und Bildungssystem. In einem wochenlang andauernden Bombardement zerstörten damals amerikanische Flugzeuge den Großteil seiner Infrastruktur und lebenswichtigen Versorgungseinrichtungen. Bei diesen Angriffen verwendete das amerikanische Militär in großem Umfang Raketen und Munition mit abgereicherten Uran, die heute das Land vergiften und zu zahlreichen Krebserkrankungen und schaurigen Missbildungen bei Neugeburten führen. Seitdem verbietet ein striktes Embargo dem Irak den Außenhandel und damit den Einkauf von Industriegütern und Ersatzteilen für den Wiederaufbau. Folge: Der Großteil der Bevölkerung ist heute arbeitslos und völlig verarmt. 50% der Kinder sind unterernährt. Die medizinische Versorgung ist trostlos: Medikamente und Ersatzteile für medizintechnische Geräte sind kaum zu bekommen. Allein 7000 irakische Kinder unter 5 Jahren müssen jeden Monat infolge des Embargos sterben.

Die 77 jährige Internistin Martha Haussperger ist eine ungewöhnliche Persönlichkeit. 1973 begleitete sie als Ärztin den Archäologen Professor Hrouda und sein Team zu Ausgrabungen in den Irak. Fasziniert von der Kultur der alten Sumerer, Assyrer und Babylonier begann sie ein Zweitstudium der vorderasiatischen Archäologie, Assyriologie und Alten Geschichte, das sie 1989 mit der Promotion abschloß. Sie wollte vor allem die vielen über 3000 Jahre alten Keilschrifttafeln der alten Assyrer übersetzen, die sich mit Krankheiten und ihren Behandlungmethoden beschäftigen. Für ihre Forschungsergebnisse erhielt Frau Dr. med. Dr. phil. Haussperger 1999 von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften den Akademiepreis. Bei ihren Ausgrabungen und regelmäßigen Besuchen im Irak hat die Wissenschaftlerin die Not und das Elend der irakischen Bevölkerung kennengelernt und engagiert sich deshalb seit Jahren mit UNICEF für die Hilfe für irakische Kinderkrankenhäuser.